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Psychologin möchte mit Erlösen der ersten Charity traumatisierten Flüchtlingskindern helfen

Von Daniel Beneke

STADE. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Bei seiner ersten Charity-Aktion hat der Lions-Club Stade 14 250 Euro Überschuss erwirtschaftet. Mit dem Geld wird die Beratung und Behandlung traumatisierter Kinder sichergestellt, die als Flüchtlinge in den Landkreis gekommen sind. Psychologin Colette Schiwietz wird sich, zusammen mit den Sprachmittlern der Arbeiterwohlfahrt (Awo), um die Mädchen und Jungen kümmern. Die Summe soll reichen, um sie ein Jahr lang zu betreuen.

Binnen drei Monaten hatte der Service-Club fast 3 000 Lose für je 10 Euro verkauft. Während des Altstadtfestes kürten die Löwen drei Gewinner, die den Kleinwagen „Seat Mii Red Edition“, eine Reise in den Robinson-Club Masmavi in der Türkei beziehungsweise eine Städtetour nach Lissabon gewonnen haben. Unterstützt wurden sie dabei vom Autohaus Cordes und dem Tui-Reisecenter am Pferdemarkt. Einige Firmen, darunter der Zeitungsverlag Krause, hatten ihre gesamte Belegschaft mit den glücksbringenden Kärtchen versorgt und damit zum Gelingen des Projekts beigetragen, hob Lions-Freund Dieter Stempnewicz hervor. Das TAGEBLATT war als Medienpartner dabei.

Alle Unterstützer der Aktion könnten stolz darauf sein, dass den betroffenen Kindern pragmatisch und unbürokratisch geholfen werde, erklärte Past-President Frank Münter bei der Übergabe der Spende im Inselrestaurant. Der Club hatte die Aktion zusätzlich zu seinen bereits laufenden gemeinnützigen Projekten aufgelegt. Die Ideengeber spielen mit dem Gedanken einer Neuauflage im nächsten Jahr.

Wie dringend das Geld benötigt wird, berichtete Koordinatorin Gaby Siedentopf von der Migrationsberatung der Arbeiterwohlfahrt: „Wir führen bereits eine Warteliste.“ Dabei sei es wichtig, die traumatisierten Kinder und Jugendlichen schnell zu behandeln, sagte Psychologin Colette Schiwietz. Die Spätfolgen könnten sonst verheerende Ausmaße annehmen, den Mädchen und Jungen den Alltag erschweren. „Da geht viel kaputt“, so die Expertin. Während der Reise nach Deutschland seien sie Opfer oder Zeugen von Gewalt und Missbrauch geworden. Sie seien latent aggressiv, fänden nicht zur Ruhe, wären ängstlich, traurig, verunsichert oder depressiv. Im schlimmsten Fall bestehe Suizidgefahr.

Viele Heranwachsende hätten sich infolge der schockierenden Erlebnisse in ihrer Heimat und auf der Flucht zurückgezogen, seien verstummt. Diese „Vereisungen im Gehirn“, wie die Fachfrau die seelische Belastung nannte, müssten gelöst werden. Das gelinge bei jedem Patienten auf eine andere Weise. Neben Gesprächen seien kreative Angebote wie Spielen, Basteln, Singen und Tanzen wichtige Schlüssel zum Erfolg einer Therapie, die oft langfristig angelegt werde.

Fröhliche Gesichter zum Abschluss der Charity: Die Stader Lions-Freunde Dieter Stempnewicz (links) und Frank Münter (rechts) nehmen Colette Schiwietz (Zweite von links) und Gaby Siedentopf in ihre Mitte.Foto Beneke

Quelle: Stader Tageblatt