Weit mehr als nur Marschmusik
7. November 2015
Lions verkaufen Lose in Stade
30. November 2015STADE. Die Aktualität bestimmte den Ablauf des 41. Militärkonzerts des Lions Club Stade am Mittwoch im restlos ausverkauften Stadeum. Das Marinemusikkorps Kiel präsentierte ihr Programm „60 Jahre Bundeswehr – alles Marsch, oder was?“ Doch der Abend begann anders als erwartet.
Dass die Musiker als erstes ihre Plätze einnehmen gehört zum gewohnten Ablauf. Das gleich im Anschluss Fregattenkapitän Friedrich Szepansky, noch vor dem offiziellen Start der Veranstaltung, sein Podium betrat, verwunderte nicht wenige Gäste im Saal. Der bat die Anwesenden sich zu Ehren der französischen Nationalhymne „La Marseillaise“ von den Plätzen zu erheben. Die Geschehnisse in Paris und das Gedenken an die Opfer des Terrorakts am vergangenen Wochenende sorgten für diese Programmänderung, noch vor der Begrüßung durch den amtierenden Präsidenten des Lions Club Stade, Ralf Trabandt.
Erst dann nahm der Musikchef das Publikum wieder einmal mit auf eine Reise, auf eine Zeitreise von 60 Jahren Bundeswehr. Szepansky erinnerte an den Ausspruch von Bundeskanzler Konrad Adenauer. Der sagte vor der Einführung der Bundeswehr im Jahre 1955: „…und vergesst mir die Musike nicht! Das ist eine ganz wichtige Sache für die Soldaten“. Und da steht natürlich die Marschmusik im Vordergrund. Und so blickte das Marinemusikkorps Kiel auch über Landesgrenze und präsentierte Musikstücke von denen man nie gedacht hatte, dass diese Kompositionen Märsche sind.
„Alla Marcia“ aus einer Suite von Jean Sibelius, „Komödianten-Galopp“ von Dmitri Kabalevsky, oder das Finale der „5. Sinfonie“ von Ludwig van Beethoven gehörten mit dazu. „Time Square“ von Leonard Bernstein, die Filmmusik aus dem Film Exodus aus dem Jahr 1960 in dem es ebenfalls um Flüchtlinge geht, oder Irisch Washerwoman von Leroy Anderson. Bei den Kielern durfte natürlich der „Gruß an Kiel“ von Friedrich Spohr nicht fehlen. Doch zum Abschluss wurde es dann Rockig. Komponist, Musiker und Sänger Jens-Peter Glau, Klaus Reinke und Andreas Reimers präsentierten die Musik die zu Bundeswehr-Gründungszeiten rauf und runter gespielt wurde und die Jugend begeisterte. Elvis Presley und Co. lieferten seinerzeit die Titel. Weitere Solisten des Abends waren Alexander Birkholz (Xylophon) und Alexander Albiez (Trompete). Ein Raunen ging durch die Reihen der Gäste, als die ersten Töne der Zugabe erklangen, „Lili Marleen“, den Sängerin Lale Andersen dem einstigen deutschen Millionenhit, der in Kriegszeiten entstand.
Präsident Ralf Trabandt dankte für den Besuch und die Unterstützung des Lions Club in Stade: „Ich danke dafür, dass Sie uns helfen, dass wir helfen können.“ Er hatte zu Beginn des Abends die vielfältigen Aufgaben der international tätigen Organisation umrissen und von den Stader Projekten gesprochen. Hilfe für die Flüchtlinge steht als neue Aufgabe auf der Agenda der Lions in Stade. Die Jüngsten sollen in die Kindertagesstätten aufgenommen, die Mitarbeiter ausgebildet werden. Aus diesem Grund baten die Lions auch an diesem Abend um weitere Spenden für die große Aufgabe. (st)
Fregattenkapitän Friedrich Szepansky und das Marinemusikkorps Kiel gingen mit dem Stadeum-Publikum auf eine Zeitreise von 60 Jahren Bundeswehr.
Ralf Trabandt, der amtierende Präsident des Lions Club Stade.
Quelle: Stader TAGEBLATT vom 20.11.2015

