Corona Virus bekämpfen
Lions Konzert und Tombola 2020 abgesagt
9. Oktober 2020

Die Stader Lions passen ihre Aktivitäten Corona an

Militärkonzert und Tombola fallen dieses Jahr aus – Wohltätigkeitsmenü und Konzert zu Weihnachten sind geplant

„We serve“ lautet der weltweite Slogan der Lions, er bedeutet so viel wie „wir dienen“; und zwar den Nächsten, vor allem den finanziell schlechter Gestellten. Das hehre Motto in Pandemie-Zeiten in die Tat umzusetzen, gestaltet sich schwierig. Die Stader Lions versuchen es trotzdem.

Die Liste der Rückschläge 2020 ist lang. Die große Charity wurde abgesagt, das Gleiche widerfuhr dem Konzert mit dem Marinemusikkorps Mitte November im Stadeum und der beliebten Tombola am Sonnabend vor dem 1. Advent, wenn die Lionsfreunde an einem Tag am Pferdemarkt 12 000 Lose unter die Menschen bringen, wofür übers Jahr 5000 Gewinne eingesammelt werden. Corona lässt all das nicht zu.

Dr. Thomas Kück, im Hauptberuf Superintendent des Kirchenkreises Stade und derzeit Präsident der Stader Lions, hat seiner einjährigen Amtszeit den Titel verliehen „Vom Umgang mit der Krise“. Damit war er gut beraten, denn die Pandemie hält an und die Aktivitäten der Wohlfahrt in Grenzen. „Vieles fällt leider aus“, sagt Kück. Er zeigt aber auch den Weg auf, wie die Lions dennoch ihren eigenen Anspruch erfüllen können.

„Wir bleiben aktiv“, sagt der Präsident, der sich um die inneren wie äußeren Aktivitäten zu kümmern hat. Die internen Treffen finden regelmäßig alle zwei Wochen statt. Jetzt nur noch als Video-Treff, dabei sei gerade für die älteren Mitglieder der gesellige Part wichtig, sich mit guten Bekannten zu treffen und auszutauschen. Einige waren schon dabei, als der Lionsclub Stade vor 60 Jahren gegründet wurde.

Bei den nach außen sichtbaren Aktionen setzen Kück und die aktuell 60 Mitglieder auf die Zeit nach dem Lockdown. Für den 10. Dezember, 18 Uhr, ist in der Wilhadi-Kirche das Weihnachtskonzert mit Kirchenmusikdirektor Hauke Ramm geplant. 84 Plätze stehen zur Verfügung.

Zum 3. Advent hat der Lionsclub die Mitarbeiterinnen des Johannisheims zu einem Drei-Gänge-Menü in die Seminarturnhalle eingeladen. Das Essen ist bestellt, die Lionsfreunde servieren. Das Johannisheim war in der Corona-Krise besonders gebeutelt, weil es Todesfälle zu beklagen hatte und unfreiwillig im Fokus der Öffentlichkeit stand. „Wir wollen den Mitarbeitern zeigen: Ihr habt einen tollen Job gemacht“, sagt Lionspräsident Kück.

Jahr für Jahr basteln die Frauen der Serviceclub-Mitglieder Sterne und kochen Marmelade ein – 400 Gläser sind es dieses Jahr geworden. Die Marmelade wird an die Kundschaft der Stader Tafeln verteilt, die Sterne gehen an die ehrenamtlichen Helfer. „Wir wollen weiter Gutes tun“, sagt Kück auch mit Hinblick auf viele seit Jahren laufende Aktionen. Alle Zusagen würden eingehalten, verspricht er, aber große neue Projekte könnten zurzeit nicht kreiert werden.

So wird zum Beispiel die Grundschule Am Burggraben unterstützt, die an der bundesweiten Aktion „Klasse2000“ teilnimmt, einem Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung sowie zur Sucht- und Gewaltprävention. Weiterhin wird auch die Naturschutz-Stiftung mit Leben erfüllt, die regionale Naturschutz-Projekte initiiert wie zum Beispiel den Schutz von Amphibien-Beständen durch Anlage und Renaturierung von Tümpeln oder die Pflege von Orchideen-Wiesen, um seltenen Schmetterlinge ein Rückzugsgebiet zu bieten.

Luthers Zitat zum Thema Pest

Corona treibt heute die Menschen um. Luther-Experte Thomas Kück stieß während seiner Vorbereitungen auf den Reformationstag auf einen Brief von Martin Luther an Johann Hess aus dem Jahr 1527. Damals verbreitete die Pest Angst und Schrecken – und den Tod. Sie brach in Breslau aus und kam auch nach Wittenberg. Schon nach zwei Tagen gab es dort die ersten zwölf Toten. Was war zu tun? Luther plädierte dafür, auf den Rat der Ärzte zu hören. Und ganz praktisch sagte er: „Dann will ich […] Orte meiden, wo man mich nicht braucht, damit ich nicht andere vergifte und anstecke und ihnen durch meine Nachlässigkeit eine Ursache zum Tode werde.“ Schon damals galt also Abstand zu halten und Kontakte zu meiden als gute Prävention vor einer Ansteckung.

 

Text und Foto: Lars Strüning/Stader Tageblatt